RUFINA BAZLOVA –

OUTPOST

09.09.–10.11.2022

Eröffnung: 09.09.2022, 19 Uhr

Öffnungszeiten: Do/Fr 16–20 Uhr, Sa 12–16 Uhr

kuratiert von Arne Linde

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Outpost: Die Einzelausstellung der belarusischen Künstlerin Rufina Bazlova im Kunstverein Dresden e.V. wird zum aktivistischen Stützpunkt der demokratischen Revolution in Belarus. Im Sommer 2020 kam es unter Machthaber Lukaschenko zu Wahlfälschung und massiven antidemokratischen Repressionen. Rufina Bazlova wurde Teil der vielfältigen politischen Proteste, ihre künstlerische Arbeit erhebt die Stimme gegen das Unrecht – auch über Belarus hinaus. 

Die erste Ausstellung von Rufina Bazlova in Sachsen zeigt Stickereien, Siebdruck und Installationen und berichtet davon, dass Demokratie Handarbeit bleibt.

Framed in Belarus

Das Projekt "Framed in Belarus" porträtiert politisch Gefangene, die derzeit in belarusischen Gefängnissen inhaftiert sind. Die Zahl der offiziell anerkannten politischen Gefangenen beläuft sich derzeit auf mehr als 1.200 Personen. Ziel des Projekts ist es, über alle nicht rechtmäßig verurteilten Gefangenen zu berichten und Porträts von ihnen in der traditionellen Technik der Wyschywanka-Stickerei mit rotem Garn auf weißem Hintergrund zu erstellen.

Die Vorlagen stellt Bazlova online unter framedinbelarus.net zur Verfügung. Die Stickereien werden von ihr selbst, von Freund:innen und Verbündeten erstellt und können in der Ausstellung mittels eines Fotokopierers von den Besucher:innen vervielfältigt werden. 

Im Kunstverein Dresden werden sich die Porträts zu einer kollektiv gestickten Arbeit zusammenfügen und davon berichten, dass politische Ereignisse und menschliche Schicksale eng verflochten und untrennbar miteinander verbunden sind.

 

Framed in Belarus wurde initiiert von Stitchit  and Collective, einem Projekt, welches 2021 von Rufina Bazlova und der Kuratorin Sofia Tocar gegründet wurde. Gemeinsam arbeiten sie an gesellschaftspolitischen Themen und nutzen die traditionelle Technik der Stickerei als Mittel des Widerstands und des Diskurses. Stitchit bezieht verschiedene Gemeinschaften und Einzelpersonen in den Schaffensprozess ein und verwischt die Grenzen der Autorenschaft.

 

Darüber hinaus beleuchtet „Outpost“ mittels Installationen und Siebdrucken die Ereignisse rund um die manipulierte Wahl von 2020: Öffentliche Proteste und ihre Niederschlagung, Verfolgung, Repressalien und ziviler Ungehorsam auf der Straße, in Betrieben, Medien und der politischen Opposition. Die Kakerlake, das weibliche Triumvirat und auch die Proteste der Minenarbeiter:innen in Saligorsk spielen in dieser Geschichte eine Rolle.

 

In Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wird die Ausstellung durch eine Schaufensterpräsentation der Staatlichen Ethnografischen Sammlungen (SES) mit Werken von Rufina Bazlova im Japanischen Palais Dresden ergänzt.

 

Rufina Bazlova lädt uns ein, die Geschichte und Gegenwart der Protestbewegung kennenzulernen und so die demokratische Selbstbestimmung nicht nur in Belarus zu unterstützen. Gesellschaftliche Krisen und Umbrüche sind aktuell auch in Deutschland und in ganz Europa spürbar: Demokratie wird auf die Probe gestellt und herrschende Narrative werden erschüttert: Wie gestalten wir Gesellschaft, Macht und Teilhabe?
 

Rufina Bazlova (*1990 in Grodno, Belarus) lebt und arbeitet in Prag (Tschechien). 2015 Master für Illustration und Graphikdesign an der Westböhmischen Universität in Pilsen und 2020 Bachelor in Szenografie an der Academy of Performing Arts in Prag. Bazlova erlangte internationale Bekanntheit durch ihre Serie „The History of Belarusian Vyzhyvanka“, die das traditionelle Medium der Volksstickerei nutzt, um die anhaltenden friedlichen Proteste in Belarus darzustellen. Sie ist auch als Autorin des vollständig bestickten Comics Ženokol (Feminnature) bekannt, der sich mit dem Thema Feminismus in der Volkstradition auseinandersetzt.

Weitere Informationen zu Rufina Bazlova: https://www.vyzyvanka.com

 

 

Rahmenprogramm

 

Artist Talk

Künstlerinnengespräch mit Rufina Bazlova und Gwendolin Felicitas Kremer, Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin

 

Zeit: 10. September 2022, 11 Uhr

Ort: Kunstverein Dresden e.V., Neustädter Markt 8, 01097 Dresden .

 

COURAGE

Ein Dokumentarfilm von Aliaksei Paluyan

 

Zeit: 8. Oktober, 19 Uhr

Ort: Thalia Kino, Görlitzer Str. 6, 01099 Dresden

 

Im Zuge der Präsidentschaftswahlen in Weißrussland im Sommer 2020 geraten drei Schauspieler:innen des Belarus Free Theatre aus Minsk in den Sog der Massenproteste, der sie auf die Straße zieht, um lautstark für freie Meinungsäußerung und den langersehnten Machtwechsel zu demonstrieren. Doch ihr friedlicher Protest wird vom Sicherheitsapparat des Regimes brutal niedergeschlagen. Mitglieder der Theatergruppe und viele andere Menschen werden verhaftet. Das Land steht am Rande eines Bürgerkriegs. COURAGE begleitet den mutigen und friedlichen Widerstand von Maryna, Pavel und Denis vor und während der Proteste. Der Film wirft einen sehr persönlichen Blick auf die Ereignisse, gibt hautnah und packend Einblick in das Leben der Menschen im heutigen Belarus, die für ihre Freiheit und das Recht auf Demokratie kämpfen.

 

Nach der Filmvorführung gibt es ein Gespräch mit dem belarussischen Regisseur Aliaksei Paluyan und der belarusischen Künstlerin Rufina Bazlova mit Simon Wolf, Geschäftsführer bei Kultur Aktiv. Diese Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit des Kunstvereins Dresden e.V. mit dem MOVE IT! Filmfestival für Menschenrechte.

Die Ausstellung wird gefördert durch 

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Im Rahmen von „Bleibt neugierig. Kulturstadt Dresden 2022“

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